LINGUA LATINA PER SE ILLUSTRATA, von Hans H. Ørberg, ist ein lateinisches Lehrwerk, das gänzlich in Latein afgefasst ist. Es besteht aus zwei Teilen: FAMILIA ROMANA, dem Grundkurs, und ROMA AETERNA, dem Aufbaukurs, mit einem Registerband, INDICES, für beide Teile. Es gibt vier Ergänzungsbände.
FAMILIA ROMANA - eine römische Familie
Teil
I, FAMILIA ROMANA, bringt die Hauptzüge der lateinischen Grammatik und
einen Grundwortschatz von etwa 1500 Worten. Die 35 Kapitel (capitula)
enthalten eine Folge von Szenen aus dem Leben einer römischen Familie im
2. Jahrhundert n.Chr. Jedes Kapitel ist in 3 oder 4 Lektionen eingeteilt und
besteht aus mehreren Textseiten, einem Grammatikteil, Grammatica Latina,
und 3 Übungen, Pensa. Am Ende des Bandes findet sich eine Übersicht über
die Flexionen, ein römischer Kalender und ein Wörterverzeichnis.
ROMA AETERNA - die Ewige Stadt
In Teil II, ROMA AETERNA, geht es um
römische Geschichte. Er beginnt mit der Topographie Roms auf historischem Hintergrund. Darauf folgt eine Prosaversion von Vergils Aeneis
I-IV mit wichtigen Abschnitten im Original, und Buch I von Livius, ergänzt durch Auszüge von Ovid.
Anfangs ist die Prosa des Livius behutsam vereinfacht, aber immer weniger, um so den Studenten für die Originaltexte von Livius, Aulus Gellius, Nepos,
Sallust, Cicero und Horaz im Hauptteil des Buches vorzubereiten.
Eine unterhaltsame Erzählung
LINGUA
LATINA bietet einen elementaren lateinischen Text, den die Schüler lesen
und unmittelbar verstehen können ohne Übersetzung oder Erklärungen
in ihrer Muttersprache. In diesem Text ist jeder Satz verständlich von selbst,
per se, denn die Bedeutung und Funktion aller neuen Wörter und grammatischen
Formen ergibt sich aus dem Kontext, oder, falls nötig, aus Illustrationen
oder Marginalien. Das erfordert einen genau abgestuften Text, aber um den Lernerfolg
zu sichern, muss der Inhalt Interesse und Neugier wecken und es dem Leser ermöglichen,
sich die beschriebenen Szenen und Situationen zu veranschaulichen. Um diesen
Forderungen gerecht zu werden, bilden die Kapitel von Teil I eine fortlaufende
Erzählung, die die Schüler gefangennimmt, so dass sie begierig sind, die Fortsetzung
der Geschichte zu erfahren. Während sie diesen Text lesen und Fakten über römische
Kultur und Alltagsleben erfahren, eignen sich die Schüler Wortschatz und Grammatik
an, die sie befähigen, weiterzumachen und in Teil II eine repräsentative Auswahl
lateinischer Literatur in Prosa und Poesie zu lesen.
Direktes Verstehen
Diese direkte Methode, die auf Verstehen aus dem Zusammenhang beruht, hat sich im Klassenunderricht genauso wirksam als beim Selbststudium erwiesen. Der entscheidende Faktor ist die Befriedigung der Lernenden, wenn sie merken, dass sie unmittelbar Latein lesen und verstehen können, ohne Vokabeln oder Flexionen nachschlagen und jeden Satz zergliedern zu müssen. Ein solches direktes Verstehen aus dem Zusammenhang gibt den Schülern Selbstvertrauen und fördert die Beobachtungs- und Kombinationsfähigkeit, die unerlässlich sind, als die Sätze immer komplizierter werden. Durch Lesen auf diese Art bewegen sie sich schrittweise dem letzten Ziel des Lateinunderrichts zu: lateinische Litteratur im Original zu lesen mit wirklichem Verständnis und Gewinn.
01-11-2003